Dr. Katja Bett // Expertin für E-Learning und Personalentwicklung

DR. KATJA BETT // EXPERTIN FÜR E-LEARNING UND PERSONALENTWICKLUNG

100 E-Learning-Tools (Neue Liste von Jane Hart 2012)

Wie jedes Jahr veröffentlicht Jane Hart wieder ihre Ranking-Liste der meist verwendeten E-Learning Tools. Ich habe mich dieses Jahr auch daran beteiligt und tja, das was ich gut finde, landet leider erst auf den hinteren Plätzen und so etwas wie mixxt taucht gar nicht auf. Hmh. Erstaunlicherweise liegt ganz vorne Twitter. Aus lernpsychologischer Sicht finde ich, ist Twitter ja leider nun gar nicht das tollste E-Learning-Tool. Warum? Die Textmenge ist einfach zu klein. Gelernt wird meistens dann, wenn ein tiefergehender Austausch stattfindet und das in 140 Zeichen? Kaum zu machen.

An zweiter Stelle steht YouTube, das ist für mich gut nachvollziehbar, aber nur dann, wenn die Filme wirklich gut gemachte Lehrfilme sind.

An dritter Stellt steht Google.docs, das ist ein Tool, das ich persönlich auch hoch gewertet habe. Mit Google.docs kann ich bestens kooperative Lern- und Arbeitsgruppen unterstützen, daher halte ich es auch für ein gutes E-Learning-Tool.

Auf Platz 11 kommt immerhin noch Moodle (auch wenn die Lernplattform diesmal abgestiegen ist). Solange wir noch geschützte Räume für die Lernenden brauchen, werden Lernplattformen wie Moodle immer noch wichtig bleiben.

Mein Fazit zur Liste: von den 100 E-Learning-Tools halte ich persönlich maximal die Hälfte (eher ein Viertel) für wirklich geeignet Lernen und Lehren zu unterstützen. Was mir immer noch fehlt ist eine Bewertung aus didaktischer Sicht. Vielleicht beim nächsten Mal?

16.10.12 | Didaktik, Tools | Kommentieren

3 Kommentare

1
Jochen Robes
16.10.12, 11:37

Ich glaube, eine “Bewertung aus didaktischer Sicht” stößt bei vielen der aufgeführten Tools an Grenzen. Was man aus didaktischer Sicht bewerten kann, wären die Lehr-/ Lernkonzepte, in die diese Tools eingebettet sind. Aber das ist hier nicht der Anspruch von Jane Hart.

Was geht noch aus “didaktischer Sicht”? Einige explizite Lernumgebungen wie z.B. Moodle oder Blackboard legen durch Struktur, Features und unterstützte Prozesse eine bestimmte Didaktik nahe (wenn auch jeder Verteter solcher Systeme schwören wird, dass prinzipiell alle Konzepte unterstützt werden können).

Bleiben also möglicherweise noch Erfahrungsberichte, in denen Nutzer berichten, wie ihnen diese Tools beim Lernen oder Erfahrungsaustausch geholfen haben. Aber genau das bildet ja die Liste ab. Was fehlt, sind vielleicht die “Geschichten” dahinter.
Gruß, JR

2
katjabett
16.10.12, 11:53

Hallo JR,
einerseits stimmte ich zu, die Tools aus didaktisch zu bewerten wäre vielleicht zuviel verlangt. Andererseits könnte ich mir gut vorstellen, dass man über verschiedene Einsatzkontexte nachdenkt und diese mal beschreibt. Hier denke ich an das, was vor einigen Jahren im E-Learning heftig diskutiert wurde (z.B. Prof. Dr. Rolf Schulmeister), nämlich der Versuch über Szenarien bestimmte Lehr-Lernformen abzubilden. Oder man greift auf Szenarien zurück, wie sie von Einsiedler bereits in den 80ziger Jahren beschrieben wurden: Darbietende/Darstellende Lehrverfahren (hier gehören z.B. Online-Präsentationen dazu oder auch Aufzeichnungen dazu), Erarbeitende Lehrverfahren (z.B. Online-Projektarbeit) und Explorierende Verfahren (z.B. Online-Planspiel). Dann könnten man die einzelnen Tools zuordnen. Vielleicht sollten wir so eine Diskussion mal gemeinsam anstoßen? Was meinen Sie?
Gruß kabett

3
Jochen Robes
19.10.12, 09:41

Ja, das war, was ich meinte: mehr an Lehr/Lern-Szenarien denken. Dann wird auch der didaktische Nutzen der einzelnen Tools klarer. Nehme auch das Stichwort “Diskussion” gerne auf. Wir sollten uns zu gegebener Zeit daran erinnern und den Faden aufnehmen … Wenn die Abende länger werden …
Gruß, JR

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