Dr. Katja Bett // Expertin für E-Learning und Personalentwicklung

DR. KATJA BETT // EXPERTIN FÜR E-LEARNING UND PERSONALENTWICKLUNG

Blog-Carnival – Antwort auf die Frage von Jochen Robes

Jochen Robes ist vom 15.11. bis 15.12. Gastgeber für den Blog-Carnival auf WissensWert. Seine Frage an alle Blogger im E-Learning/Trainingsbereich ist:

Classroom 2.0: Welche Erfahrungen mit dem e-Medien-Einsatz im Seminarraum haben Sie gemacht?.

In seinem Blog-Carnival geht es also darum gemeinsam im Netz Erfahrungen zusammenzutragen, wie die E-Medien die klassischen Medien (z.B. Pinnwand, Flipchart oder Projektor) im Schulungsraum sinnvoll ergänzen können. Diese Frage interessiert mich persönlich auch brennend. Als Online-Trainerin arbeite ich eben nicht nur im virtuellen Raum, sondern mache auch oft Präsenzseminare oder kombinierte Online-/Präsenzseminare (Blended Learning). Da meine “Trainingsthemen” sich rund um das Thema E-Learning 1.0 und 2.0 (also mit Social Media) drehen, ist es für mich nahe liegend im Präsenzraum auch mit Rechner und direktem Internetzugang zu arbeiten. Ich finde es immer wichtig, E-Learning praxisnah erleben zu können, neben einer theoretisch fundierten Einführung. Daher setze ich in meinen Präsenz-Seminarräumen auch immer E-Medien ein. Hier habe ich zwei konkrete Beispiele:

Beispiel 1: Wikis als Arbeits- und Dokumentationsinstrument im Präsenztraining

In meinem Workshops und Seminaren setze ich oft Gruppenarbeit ein. In Gruppen wird gemeinsam eine Fragestellung bearbeitet, die dann im Plenum vorgestellt und diskutiert wird. Normalerweise wird für die Präsentation dann ein Flipchart oder Pinnwände eingesetzt. Und genau dieses Element ersetzte ich schon länger durch Wikis. Ich greife dabei entweder auf ein Wiki des jeweiligen Auftraggebers zurück oder ich lege z.B. bei wikispaces ein spezielles Gruppen-Wiki an. Dort findet sich dann der Gruppenauftrag und die Teilnehmenden halten dann direkt im Wiki Ihre Ergebnisse fest, anstatt Sie auf Karten oder Plakate zu schreiben. Das Wiki wird dann auch dazu benutzt, um die Ergebnisse zu präsentieren. Worin sehe ich nun den Vorteil gegenüber einer Pinnwand oder Flipchart? Ganz einfach: die Teilnehmenden können auch nach dem Kurs noch auf diese Ergebnisse zurückgreifen, sie sind untereinander automatisch vernetzt und die Diskussionen im Plenum werden protokolliert. Ich persönlich finde, dass ist ein großer Benefit gegenüber den üblichen “Fotoprotokollen”.

Beispiel 2: die Plattform mixxt als vorbereitendes/nachbereitendes Element im Präsenztraining

Mit dem begleitenden Einsatz von mixxt verfolge ich zwei Ziele.

Erstens: Ich versuche im Vorfeld die individuellen Interessen der Teilnehmenden zu erheben, indem ich die Teilnehmenden dazu einlade in der mixxt-Umgebung sich den anderen Teilnehmenden mittels “Steckbrief” vorzustellen. Ein Steckbrief sieht in der Regel so aus, dass ich ein paar Fragen vorgebe, die natürlich freiwillig beantwortet werden können. Außerdem versuche ich dadurch (eigentlich noch ein Ziel) auch das Vorwissen meiner zukünftigen Teilnehmenden zu aktivieren, so dass diese am Präsenztraining schon sehr genau wissen, was sie eigentlich lernen möchten.

Zweitens: In dieser mixxt-Umgebung stelle ich auch oft ein so genanntes Lerntagebuch ein. Ein Lerntagebuch dient dazu das soeben neu “Erlernte” zu reflektieren und zu dokumentieren, mit dem Ziel die “Nachhaltigkeit” des Lerneffektes zu unterstützen. Dazu habe ich auch ein Formular, dass von jedem individuell noch in Präsenz am letzen Workshoptag ausgefüllt werden kann.

Fazit: Mit dem vorbereitenden Steckbrief und dem Lerntagebuch können sich die Teilnehmenden im Vorfeld auf den Kurs einstellen und ihr Vorwissen aktivieren und am Ende nochmals Ihre individuellen Lernergebnisse reflektieren. Auf den Punkt gebracht – Warum mache ich das? ich möchte mit diesen beiden begleitenden Zusatzangeboten insbesondere den Transfer in die Praxis unterstützen. (Und das ist ja bekanntlich in kurzen Präsenztrainings schwer zu erreichen).

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