Dr. Katja Bett // Expertin für E-Learning und Personalentwicklung

DR. KATJA BETT // EXPERTIN FÜR E-LEARNING UND PERSONALENTWICKLUNG

top-100-tools-for-learning von jane hart ist online

Jane Hart hat wieder ihre Top-100 Liste der aktuellen E-Learning-Tools erstellt. Jeder im Netz kann sich an dieser Umfrage beteiligen (habe ich auch schon ein paar Mal gemacht) und seine Top-E-Learning-Tools angeben.

Was jedes Jahr aufs Neue erstaunt: es sind die einfachen Tools, die ganz vorne stehen. Allen voran auf Platz 1: Twitter, gefolgt von Google.docs und YouTube. Also drei Tools, die per se gar nicht für Lernprozesse konzipiert wurden, sondern im Social Web genutzt werden. Erst auf Platz 12 taucht Moodle auf, eine Open-Source-Lernplattform, die auf die Organisation und Unterstützung virtueller Lernprozesse ausgerichtet ist und auf Platz 23 Camtasia, ein Autorentool zur Erstellung einfach multimedial aufbereiteter Inhalte.

Jetzt kann man natürlich fragen: braucht es überhaupt noch spezielle „Lerntools“, wenn uns die gängigen Social Media Tools auch reichen? Ich behaupte mal JEIN.

  • Mein Argument für „Ja”: es kommt immer auf das didaktische Konzept an, wenn E-Learning, Blended Learning und Webinare erfolgreich sein sollen, die Technik ist nur das „Transportgerüst“. Meine These: mit einem guten didaktischen Konzept und einer sehr guten Lernbetreuung und E-Moderation ist „Lernen und Austausch“ auch mit einfachen Tools erfolgreich.
  • Mein Argument für „Nein“: in Twitter steckt überhaupt keine einzige didaktische Idee und das vermisse ich massiv in der Diskussion über E-Learning-Tools.  Was müssen diese Tools eigentlich können, damit der individuelle und der kooperative Lernprozess optimal unterstützt wird? Was brauchen die Lernende für sich persönlich, für die Gruppe für die Inhalte. Was ist die didaktische Idee hinter den Tools? Die Antworten darauf fehlen noch.

Hier der Link, wer sich die Liste mal selbst anschauen möchte: http://www.c4lpt.co.uk/blog/2014/09/22/top-100-tools-for-learning-2014/

2 Kommentare

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Konrad Fassnacht
06.10.14, 14:01

Ich bin immer wieder erstaunt über die kunterbunte Welt der Jane Hart. Hier werden nicht nur Äpfel mit Birnen, sondern auch Steaks mit Kuchengewürzen und Weißbier mit Kartoffelauflauf verglichen. Wohlwollend betrachtet kann man sagen, dass Jane Hart in ihrer Umfrage alles an E-Tools sammelt, mit denen man lernen kann – vor allem informell und kollaborativ. Uns so kann man mit Twitter in der Tat trefflich informell lernen.

Wenn man das “E” in “E-Learning-Tools” mal ausklammert, ergeben sich viele andere “Lernwerkzeuge”, z.B.
- mein Vater, der mich lehrt, meine Wohnung zu tapezieren
- mein Englischwörterbuch, das mir bei Übersetzungen hilft
- mein Nachbar, der mir sagt, wo es die besten Pizzas in Bonn gibt
- die Tagesschau, mit der ich die neuesten Entwicklungen in der Welt kennenlerne
- Pep Guardiola, der mir im Fernsehen erklärt, wie man gut Fußball spielt
- meine Fachbücher, in denen ich immer etwas zum Lernen finde
- etc. etc. etc.

Mein “Top 1 Lerntool” in diesem Sinne ist meine Frau, die mir beibringt, wo die Tür ist, wenn ich mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will.

2
Katja Bett
06.10.14, 14:37

Hallo Konrad,
danke für die Pointierung meiner “JEIN-Beurteilung” der Liste von Jane Hart.
Mal schauen, vielleicht denken noch mehr “E-Learning-Didaktiker” genauso.
LG Katja

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